Input #18: Pfingsten ist, wenn das göttliche Feuer in uns erwacht

An diesem Wochenende möchte ich keine grossen Worte reden, sondern die Bühne ganz der Kraft Gottes überlassen. Gott ist in jedem Menschen und in jedem Lebewesen drin. Der göttliche Kern muss nur freigesetzt werden.

Um diesen Kern freizulegen und seine Wirkkraft zu entfalten, braucht es manchmal einen brausenden Sturm, der durch unsere Herzen weht. Es brauchte ihn damals, in der von Schock und Trauer erstarrten christlichen Urgemeinde. Und es braucht ihn heute, damit wir nach den Einschränkungen des Lockdowns wieder zu neuem Leben erwachen.

In diesem Sinne bete ich dieses Jahr an Pfingsten:
Komm, Heiliger Geist,
brich uns auf,
von innen her,
und führe uns in die Weite deines Universums.

Schliesslich möchte ich zu diesem Feiertag noch ein wunderbares Gedicht von Kurt Marti teilen. Es bringt mein Rollenverständnis als Pfarrer perfekt auf den Punkt.

«Geist der Gemeinschaft»

Heiliger Geist?
Kein römischer Brunnen,
wo Wasser sich
über Stufen und Schalen
hierarchisch
von oben nach unten
ergiessen.

Heiliger Geist:
Quellen,
aufstossend, aufbrechend
von unten
– an der Basis, ja! –
unauffällig, heimlich zunächst,
erzwingbar nie.

Und jener weise Pfarrer,
der sagte: Meine Arbeit?
Die eines Rutengängers,
der die Gemeinde durchstreift,
nach Quellen suchend,
die ohne mein Zutun sprudeln.

Kurt Marti, aus dem Buch «Die gesellige Gottheit»

Veröffentlicht von Maege the monk

Pfarrer der Reformierten Kirche Lindau ZH - täglich mit Gott im Einsatz

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